Zehn Songs im ersten Halbfinale des Eurovision Song Contest absolviert und dabei nur eine Powerballade gehört – das war nach den Erfahrungen der Vergangenheit nicht zu erwarten. Im Falle des ersten Beitrages des kommenden Blocks hätte man sich aber in jedem Fall eine Powerballade gewünscht, denn davon hat Irland schon viele schöne zum Song Contest geschickt. Aber nach dem letzten Platz des vergangenen Jahres scheint man auf der grünen Insel aufgegeben zu haben und schickt mit “Dustin the Turkey” eine Figur des irischen Frühstücksfernsehens nach Belgrad. Mehr Trash geht kaum – und es bleibt zu hoffen, dass das zum Einen nicht von Erfolg gekrönt ist und deshalb zum Zweiten ein einmaliger Ausrutscher dieser so stolzen Eurovisionsnation bleibt.
11. Irland
Dustin the Turkey
Irlande Douze Points
ESC-
Teilnahmen:
41
bestes
Resultat:
Rang 1
(1970, 1980, 1987,
1992, 1993, 1994,
1996)
Infos zum Song:
Irland versucht es mit der Spaßguerilla und kopiert dabei musikalisch den Eurodance-Trash-Beitrag der Ukraine aus dem Vorjahr, mit dem diese fast zum Sieg gespült worden waren. Allerdings fehlt Dustin der Kultstatus von Verka in den östlichen Ländern – in den westlichen Ländern dürften sich zumindest den klassischen Eurovisionsfans alle Nackenhaare stellen. Was ist nur aus dem Irland eines Johnny Logan, einer Linda Martin, eines Paul Harrington und Charlie McGettigan oder meinetwegen auch eines Eddie Friel geworden? Da wird man dann wirklich nostalgisch… und hofft auf Null Punkte für Irland – alleine, es fehlt der Glaube. Denn irgendwie kommt Trash immer durch…
Hyman sagt:
Listening to the song, it’s hard to know what the public in Ireland were thinking when they voted for this; whether they genuinely found it funny and entertaining, whether they genuinely thought this was the best on offer in terms of doing well in Eurovision, or whether they think Eurovision is a pile of tripe nowadays, so it is only fitting that they send a pile of tripe to represent them. I would imagine that their general thinking was a mixture of the three, but nonetheless, those of us who will be watching the first Semi-Final shall have to endure Dustin the Turkey for three minutes. So what of the ‘song’? Well, it’s not entirely terrible. While being a complete novelty entry, Dustin’s accent manages to make it distinctly Irish, and the girls vocal is good.
Im vergangenen Jahr erreichte Andorra mit einem modernen Song aus dem Genre des Alternative Rock zwar nicht das Finale, wohl aber das beste Ergebnis in der noch jungen Eurovisionsgeschichte des Landes. Anscheinend hat das aber nicht gereicht – denn dieses Mal kommt eine musikalische Kehrtwende, wie sie deutlicher nicht sein könnte – der Eurodance ist wieder da. Es leben die 1990er… Mag sein, dass man damit ins Finale kommt, weil die Anzahl solcher Songs immer weiter abnimmt und man damit mittlerweile auffällt – musikalisch verdient wäre das aber nicht unbedingt. Gehört, nicht gestört, vergessen… Wie so oft gilt aber, dass eine entprechende Performance auf der Bühne in Belgrad eventuell Manches an der Einschätzung des Songs ändern könnte
Hyman sagt:
This year, while not everyone likes the entry, I think Andorra have done well, selecting an experienced performer with a great, upbeat, happy go luck pop song – totally inoffensive, and if you like pop music, it’s wonderfully catchy. I really like it, and would surely think that given a good performance on the night, Andorra may just see themselves in the Final, making the new system very worthwhile.
In den beiden vergangenen Jahren war Bosnien-Herzegowina die Bank für Powerballaden – für gut bis sehr gut gemachte Powerballaden. Damit gelang 2006 der dritte Rang und 2007 – ohne die Chance, über eine Halbfinalpräsentation zweifach zu glänzen – ein respektabler elfter Rang. In diesem Jahr versuchen es die Bosnier mit etwas Neuem – mit Musiktheater. Es sieht alles etwas comedyhaft aus und es fehlt auch bestimmt nicht an einem gewissen Reiz bei diesem Beitrag. Allerdings fehlt bei mir da schon der Impuls, dafür anzurufen – und das könnte vielen Leuten so gehen. “Ganz nett” wäre wohl die bestmögliche Kurzkritik zu diesem Beitrag – gegen Ende des Songs spätestens kommt bei mir aber eher ein “nervt”. Allerdings hat Bosnien bisher immer ganz gut abgeschnitten – und immerhin zwei ehemalige jugoslawische Teilrepubliken sind in diesem Seminfinale stimmberechtigt…
Hyman sagt:
This year, though going for something very contemporary and rather ‘out there’, I’m really not sure what to make of the Bosnian entry. On a personal note, like many others, I think it’s complete crap, but as a reviewer it’s difficult to say if there actually is something there which makes it stand out as a unique Eurovision entry. It’s certainly something very different, we’ve never heard anything like it, but I can’t help thinking it may be a bit too bizarre to do well. It’s very Mika… in fact, it’s very Mika-taken-too-far.
Irgendwie ist der Eurodance beim Eurovison Song Contest nicht tot zu bekommen. Und so ist Qele qele ein weiterer Beitrag aus der Rubrik “Lieder, die die Welt nicht braucht”, denn mit trivialsten Texten auf Englisch verbunden mit dem 08/15-Dancefloorbeat lockt man heute niemanden mehr hinter dem Ofen vor. Und weil das so ist, wurden noch einige Ethno-Instrumentierungen eingebaut – nur haben diesen Mix Sertab Erener und Ruslana zur Perfektion gebracht und damit jeweils gewonnen. Sirusho fehlt es dann doch an Charisma, um hier wenigstens stmmlich mitzuhalten. Schade eigentlich… Ursprünglich für mich ein klarer Ausscheider habe ich mich hier ausnahmsweise von den ausnahmslos hohen Wetten beeindrucken lassen.
Hyman sagt:
The song’s good – a general all rounder, being both eastern flavoured with a modern, almost western twist, so it should appeal across the board regardless. Expect big things here, I don’t want it to win, but it’s not out of the realms of possibility.
Fangen wir mit den positiven Elementen dieses Songs an: Da wäre eine sympathische Interpretin mit schöner, ausgebildeter und kraftvoller Stimme. Dazu ein durchaus eingängiger Refrain – man hat an diesem Abend schon viele schlechtere Songs gehört. Was sich einem aber nicht so ganz erschließt, ist, warum aus den Niederlanden nun leicht orientalisch angehauchte Klänge kommen – aber in den Zeiten globalisierter Musik ist das sicher nichts Verwerfliches. Ein wenig hat man auch das Gefühl, den Song schonmal gehört zu haben, aber auch das kommt mittlerweile sehr oft vor – Leona Lewis’ “Bleeding Love” hat ja auch nicht gerade einen Innovationspreis verdient, sondern ist seit den Shakespeare’s Sister-Zeiten eigentlich schon bekannt – und wurde dennoch ein Hit. Schaun wir mal, wie eine musikalische Verneigung vor dem extremen Osten Europas in Gesamteuropa ankommt – bei kaum einem Song fällt eine Prognose so schwer wie hier.
Hyman sagt:
This year I think the Netherlands have seriously done themselves a favour, and could be one of the few to benefit from the new rules. There is a huge Turkish diaspora in western Europe, particularly in Germany and Belgium (hence always giving 12 to Turkey), so without Turkey in the running in the first semi, what better a way to pick up votes than by sending a very good, very Turkish sounding song?! Hind gives a strong vocal performance of a strong song, and if there’s any justice in this years Eurovision whatsoever, the Netherlands should pick up enough points to pass through their Semi-Final.